Autozug oder Fähre – was eignet sich besser für längere Reisen?

Der Artikel untersucht Autozüge und AutofährenBei der Frage, ob lange Reisen mit einem Autozug oder der Fähre angetreten werden, spielt natürlich der Weg selbst eine Rolle – wenn es direkt über Wasser geht wie zum Beispiel nach Sardinien oder Korsika, kommt nur die Fähre infrage. Auf vielen Strecken ist allerdings tatsächlich beides möglich, etwa nach Skandinavien oder England. Hier sind mehrere Gesichtspunkte maßgebend: die Zeit, der Preis, die Bequemlichkeit und die Sicherheit.



Reine Fahrtzeit und Preise

Hier ist der Autozug klar überlegen, eine Fahrt zwischen Calais (Frankreich) und Folkstone (England) dauert mit dem Autozug 35 Minuten, die Fähre zwischen Calais und Dover ist mehrere Stunden unterwegs. In den Preisen unterscheiden sich beide Fahrten hingegen kaum. Mit dem Autozug ist ein Auto um 42 Pfund zu buchen (rund 48 Euro), die Fähre kann sogar etwas weniger kosten. Einen Vergleich bis auf den Cent sollte man nicht anstellen, die Angebote sind zu differenziert und hängen auch von Wochentagen, Abfahrtzeiten und mitreisenden Personen ab. Ein Zwischenfazit lautet also: Der Preis ist kaum ein Argument, die Fahrtzeit hingegen schon.

Bequemlichkeit und Sicherheit

Hier dürfte für die meisten Reisenden neben der Fahrtzeit die Entscheidung fallen. Im Autozug fahren die Reisenden – wie mit einem Zug eben, das kennt jeder. Eine Fähre hingegen ist für viele Menschen eine spannende Sache, das große Schiff ist ungeheuer beeindruckend, allein die Einfahrt durch die vielen Decks bis zum endgültigen Autoparkplatz ist sehr aufregend. Dann bietet die Fähre eben eine richtige Schiffsfahrt, wenn Kinder dabei sind, können sie herumtollen, dieses Argument spricht am meisten für die Fähre. Wer im Urlaub Zeit hat und etwas Nicht-Alltägliches erleben will, nimmt die Fähre.

Fähren gehören zu den sichersten Verkehrsmitteln

Gleichzeitig gab es immer wieder spektakuläre Fährunglücke, zuletzt Anfang November 2011 auf dem Roten Meer, zuvor im September 2011 in Norwegen. Diese Unglücksfälle geschehen zwar nicht oft, und auch Züge verunglücken, Unglücksfälle mit einer Fähre erregen aber großes Aufsehen. Hier spielt das subjektive Empfinden der Reisenden die größte Rolle, ähnlich wie beim Flugzeug. Mit dem Zug oder dem Auto sind Menschen vergleichsweise oft unterwegs. Die “gefühlte Statistik” verschafft ihnen das subjektive Empfinden, dass die Wahrscheinlichkeit, persönlich von einem Unfall betroffen zu sein, sehr viel geringer ist. Das Gefühl ist allerdings trügerisch. Der Klassiker ist die Flugangst, von der einige Menschen so stark gepackt werden, dass sie tatsächlich kaum fliegen. Statistisch nachgewiesen ist jedoch das Flugzeug die sicherste Fortbewegungsart (das Auto hingegen die unsicherste). Eine vergleichbare “Fährangst” ist zwar nicht bekannt, allerdings könnte das Ausgeliefertsein auf See einige Menschen von der Reise mit der Autofähre abhalten. Das wäre schade, zudem sind moderne Fährlinien größtenteils wirklich sehr sicher.

Bild: Kathrin39 – Fotolia

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